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  Leben im Frühmittelalter
  Die Slawen
 

Westslawen :
Die Slawenstadt Groß Raden

Die Siedlung die aus Burgwall , Langhäusern , Grubenhäusern und Vorratsgebäuden und Gräberfeld bestand , wurde in den Jahren 1972 bis 1980 in der damaligen DDR auf einer Halbinsel nahe dem Dorf Groß Raden und nördlich der Kleinstadt Sternberg in Mecklenburg-Vorpommern. Bei den Ausgrabungen wurden circa 90.000 Fundstücke gefunden und katalogisiert. Die meisten stammen
aus dem 9ten und 10ten Jahrhundert. Seit den 80gern wird die Siedlung wieder aufgebaut und ist für interessierte Besucher offen.
Heutzutage können dort Rekonstruktionen von alltäglichen Gebrauchsgegenständen, Werkzeuge , Brennöfen , komplett eingerichtete Langhäuser , Grubenhäuser und Hütten gewähren Einblicke ins Leben der Slawen.

Die Siedlung Gross Raden war aber mehr als nur eine Siedlung, es war das Heiligtum des Slawenstamm der *Warnower*.
In der Mitte der Siedlung befand sich ein ebener Platz, auf diesem stand ein aus Holz erbauter Tempel , der nicht nur im Inneren mit Pracht glänzte sondern auch durch das in ihm aufgestellte Götterbild flößte dem Einkehrendem Ehrfurcht ein.
Zudem war Gross Raden ein gut besuchter Handesplatz. In den Funden befanden sich viele Münzen und Hacksilber aus Arabien und aus Schweden. Zudem zeugen Glas, Perlen , Schnitzarbeiten und Pelze  von diesem Handel.

errichtete zweite Siedlung. Mit einer Fläche von 7000 m² wurde nahezu die Hälfte des besiedelten Geländes ausgegraben. Dabei erwarteten die Archäologen gut erhaltene Befunde, denn das Siedlungsgelände war jahrhundertelang ausschließlich als Weide genutzt worden. Außerdem waren infolge des extrem hohen Grundwasserspiegels organische Materialien sehr gut erhalten, sodass ein großer Teil der hölzernen Bauelemente in situ angetroffen wurde.

Die Ausgrabungen zeigten auch, dass sich die topografischen Verhältnisse infolge kontinuierlicher Verlandungsprozesse seit der slawischen Besiedlung entscheidend verändert hatten. So existierte die heutige Halbinsel vor 1000 Jahren noch nicht. Der Burgwall lag vielmehr auf einer vorgelagerten Insel, die nur durch eine Brücke mit der Siedlung auf der damals sehr viel kleineren Halbinsel verbunden war. Die besiedelte Halbinsel war sowohl durch einen 4,5 Meter breiten Sohlgraben als auch durch eine einreihige Palisade mit Wehrgang geschützt. Den einzigen Zugang bildete ein Zangentor mit Brücke. In den ersten Jahrzehnten bestand die Hauptsiedlung vermutlich aus etwa 40 eng nebeneinander stehenden Häusern. Diese wiesen mit einer Grundfläche von 4 × 5 Metern, einfachem Sandfußboden und einer Herdstelle eine nahezu identische Bauweise auf. Isoliert im südöstlichen Teil der Halbinsel liegt ein etwa 7 × 11 Meter großes Gebäude aus breiten Eichenbohlen. Ob dieses Gebäude überdacht oder oben offen war, ist unklar. Nach den Opferspuren, den menschenkopfähnlichen Stelen, den sogenannten Kopfbohlen, und der besonderen Lage der Anlage zu schließen, dürfte es sich wohl um einen Umgangstempel oder ein Heiligtum der hier ansässigen slawischen Bevölkerung des Warnower Stammes gehandelt haben. Auf den freien Flächen zwischen den Gebäuden und der Palisade fanden vermutlich regelmäßig Märkte und Versammlungen statt.
Um das Jahr 900 wurde die Siedlung vollständig zerstört. Darauf weisen deutliche Brandspuren hin, vor allem im Bereich der Palisade und des Eingangstores. Auch das Heiligtum blieb nicht verschont. Die Siedlung wurde danach schnell wieder aufgebaut, allerdings errichtete man die Häuser diesmal in Blockbauweise. Mit Grundflächen bis zu 45 m² waren sie auch deutlich größer als die älteren Flechtwandhäuser. Der Standort des zerstörten Tempels blieb unberührt, das Heiligtum selbst wurde in völlig anderer Konstruktion auf die Insel verlegt. Zu seinem Schutz legte man einen kreisrunden, 10 Meter hohen Burgwall mit einem Innendurchmesser von 25 Metern an. Als zusätzliche Absicherung wurde auf der Brücke auf halbem Weg zur Tempelburg ein Kontrollposten in Form eines Torgebäudes errichtet. Am Ende des 10. Jahrhunderts wurde die Siedlung endgültig aufgegeben, nachdem es vermutlich erneut zu Zerstörungen gekommen war. Die Gründe der Zerstörung sind nicht eindeutig, immerhin erscheint ein Zusammenhang mit einem für das Jahr 995 historisch überlieferten Feldzug Otto III. gegen die in Mecklenburg ansässigen Slawen denkbar.

 
Quelle : Rolf Seiffert: Der Mann, der Mecklenburg ausgrub: Prof. Dr. Ewald Schuldt (3. Januar 1914 – 1. Juni 1987). In: Mecklenburg-Magazin. Nr. 14, 1990, S. 1–2.
Horst Keiling: Ewald Schuldt zum Gedenken. In: Schweriner Blätter. Bd. 8, 1988, S. 95–97
Joachim Herrmann: Die Slawen in Deutschland. Geschichte und Kultur der Slawischen Stämme westlich von Oder und Neiße vom 6. bis 12. Jahrhundert. Akademie-Verlag, Berlin, 1985.
Wikipedia
 
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