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  Leben im Frühmittelalter
  Hnefatafl
 

Tafl emk örr at efla,
íþróttir kannk níu,
týnik trauðla rúnum,
tíð er mér bók ok smíðir.

Skríða kannk á skíðum,
skýtk ok ræ´k, svát nýtir,
hvárt tveggja kannk hyggja
harpslótt ok bragþóttu.

Tafl kann ich spielen,
Der Tugenden kenne ich neun,
Nur schwerlich vergess' ich die Runen,
Beschäftige mich mit Büchern und Schmiedekunst.

Schreiten kann ich auf Schiern,
Schießen und Rudern sind nützlich,
zweier Dinge kann ich mich erinnern,
dem Harfespielen und der Dichtung.


Jarl Rögnvaldr Kali Kolsson: Lausavísur (Orkn.34)


Diese Einleitung ist aus dem
Lausavísur geschrieben von Jarl Rögnvaldr Kolosson , niedergeschrieben auf den Orkneyinseln um das 12te Jahrhundert herum.In der Edda findet man noch noch in der Völuspá 7 , 8 und 61 die Erwähnung des Taflspieles.Der frühste Hinweis auf das Taflspiel liefert das eines der Goldhörner aus dem Fund von Gallehus.Auf einem der Hörner sieht man ein Taflspielbrett.Die Hörner sind auf das 5ten Jahrhundert datiert.Man sieht also das das Hnefatafl tief in der Skandinavischen Kultur verwurzelt war.


In Birka findet man unter anderem in den Gräbern
523 , 644 und 750 sehr wertvolle Spielsteine aus Glas.In den Gräbern 886 , 917, 581 und 624 fand man dagegen Spielsteine aus Knochen und Holz.Wobei der König aus Grab 624 noch mit einer Bronzehaube versehen war.Grab 986 beinhaltete Spielsteine aus Elchgeweih.

Dank dem Bericht von Ibn Fadlan weiss man das eine blaue Glasperle damals den Gegenwert von 2 bis 3 Gramm Silber hatte.Darauf basierend kann man sich ja vorstellen welchen Wert so ein Taflspiel aus Glas damals hatte. 

( Taflspielsteine aus Grab 750  )




(Rekonstruktion der Spielsteine )




Die Spielregeln des
Hnefi(König)-tafl (Tisch/Tafel)

Jede Figur bewegt sich nach der Grundaufstellung senkrecht oder waagerecht (aber nicht diagonal) über beliebig viele freie Felder (wie der Turm im Schachspiel). Eine Figur wird gefangen, wenn sie von zwei gegenüberliegenden Seiten durch gegnerische Figuren eingeschlossen wird. Auf diese Weise können auch mehrere Figuren auf einmal gefangen werden. Eine Figur kann jedoch ungestraft zwischen zwei gegnerische Figuren ziehen, ohne dabei gefangen zu werden.

 

Der König alleine darf das Mittelfeld betreten. Er ist gefangen, sobald er von vier Gegnern umgeben ist oder von drei Gegnern plus dem Thron. Gelingt es ihm, je nach Regeln beliebiges Feld am Spielfeldrand oder ein Eckfeld zu erreichen, hat er gewonnen.




 
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