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  Leben im Frühmittelalter
  Wohnkultur
 
Hier zeigen wir ein Beispiele der Frühmittelalterlichen Bau und Wohnkultur.

Das Langhaus :
Als Langhäuser werden sowohl die Bauernhäuser der wikingerzeitlichen Skandinavier als auch die Bauten, die in einigen der Wikingerburgen nachgewiesen wurden, bezeichnet. Die Ausmaße der Häuser waren dem wirtschaftlichen und sozialen Status ihrer Erbauer entsprechend sehr unterschiedlich. Das größte in Norwegen gefundene Langhaus maß 9 m x 83 m, einfache Bauernhäuser dagegen nur 4 – 5 m x 10 – 12 m.

Die Langhäuser gab es zum Beispiel in der Trelleborg bei Slagelse, einer Wikingerburg aus dem Jahre 981. In der Hauptburg gab es insgesamt 16 Langhäuser, die in vier Quadrate um einen Innenhof zusammengefasst waren. Die Häuser waren 29,42 m lang und hatten eine Schiffsform. Jedes Haus war dreigeteilt in eine große Mittelhalle (18 x 8 m) und in zwei kleinere Räume an den Giebelseiten.

Die folgende Beschreibung eines Langhauses stellt eines der Häuser der Wikingerburg Fyrkat dar. Jeweils vier von ihnen waren symmetrisch zu einem Quadrat mit Innenhof angeordnet.

Nur der Grundriss des Hauses kann anhand von Holzfunden genau bestimmt werden, da die Balken der Wände in der Erde verankert waren. Es war 28,5 m lang und mittig 8,5 m breit. Zu den Giebeln nahm die Breite ab. Die weitere Rekonstruktion stützt sich auf Abbildungen und andere Bauten. Das Haus war vollständig aus Holz und mit Dachschindeln aus Eichenholz gedeckt, von denen eine in der Burg gefunden wurde. Die Wände bestanden aus senkrecht stehenden Eichenbalken; schräg an der Außenwand stehende Balken sollten vermutlich die Dachlast abfangen.Im Grundriss waren die Längswände schiffsähnlich gewölbt. Von der 18 m langen Halle, die als Aufenthaltsraum diente, gab es jeweils mittig eine Tür zum Innenhof und eine zur Straße. Auch gibt es Hinweise auf Türöffnungen an den Giebelseiten. In der Mitte der Halle befand sich eine Feuerstelle, die zum Kochen genutzt wurde und den zentralen Punkt im Haus bildete. Spuren deuten darauf hin, dass sich an den Längsseiten der Wände Erdbänke befanden, die als Sitz- und Schlafplätze dienten. Die Kammern an den Giebelseiten wurden anscheinend als Vorratslager genutzt.

Neben einem Nachbau eines Hauses der Burg, hat man in Fyrkat auch eine zivile Hofanlage der Wikingerzeit rekonstruiert. Dabei wurden die Erkenntnisse aus Ausgrabungen in Vorbasse bei Jelling genutzt.


Grubenhäuser
Grubenhaus ist die Bezeichnung vorzeitlicher bis mittelalterlicher Hausfunde, bei denen die Archäologen außer den Pfostenlöchern am Giebel eine Ausschachtung des Innenraumes fanden.

Die Eintiefung des Innenraums lag zwischen 30 cm und mehr als 1 m. Die Grundfläche derartiger Bauten war meist gering, der Boden bestand oft aus gestampftem Lehm. An vielen Ausgrabungsorten wurden Grubenhäuser in größerer Zahl gefunden. Viele scheinen einfache Gebäude ohne Seitenwände gewesen zu sein, deren Giebeldach bis auf den Erdboden reichte. In einzelnen Grubenhäusern wurden dagegen Spuren einer abgestürzten Balkendecke gefunden und darunter die eines Herdfeuers. Somit kann sich hinter dem Bodenfund "Grubenhaus" eine Reihe von Gebäude verschiedenster Nutzung verbergen von der primitiven Erdhütte bis zum (halb)unterkellerten Haus. Die Wände wurden wie auch bei anderen vor- und frühgeschichtlichen Haustypen aus Holz oder Reisig gefertigt und mit Lehm verkleidet.

Vor allem aus der Jungsteinzeit wurden Grubenhäuser mit Feuerstellen gefunden und als Wohngruben angesehen. Zwischen den Häusern der eisenzeitlichen Kulturen gab es deutliche Unterschiede in der Nutzung:

In keltischen und germanischen Siedlungen waren Grubenhäuser überwiegend Nebengebäude ohne Feuerstelle. In vielen wurden Spuren handwerklicher Tätigkeit gefunden, nicht selten Webgewichte und Spinnwirtel, gelegentlich sogar Standspuren eines Webstuhls. Es wird daher eine Nutzung als Werkstätten angenommen, besonders als Webhäuser. In dem Zusammenhang wird auf römische Texte verwiesen, nach denen die Germanen ihr Leinen "unter der Erde" fertigten. Der Grund dafür ist die bessere Geschmeidigkeit und damit leichtere Verarbeitung der Flachsfaser bei höherer Luftfeuchtigkeít, die bei in den Boden eingetieften Räumen gegeben ist.
Sofern sie hinreichend gegen Sonneneinstrahlung abgeschirmt waren, hatten Grubenhäuser ein gleichmäßig feucht-kühles Innenklima und könnten als Lagerkeller für wärmeempfindliche Nahrungsmittel gedient haben.


In der angelsächsischen Siedlung West Stow fiel auf, dass die lockere Füllung der großen Grubenverfärbungen nicht zu einer ständigen Nutzung passt. Der Ausgräber spricht daher nicht von Grubenhäusern, sondern von Bauten mit eingetieftem Befund (Sunken Featured Buildings"). Auf dem Rand einer der Grubenverfärbungen kam eine halbe Herdstelle in Form einer Lehmpackung mit Holzkohle zutage, deren andere Hälfte in die Grube gestürzt war. Hier wurde gemutmaßt, dass die Grube ursprünglich mit einer Holzbohlenlage, auf der sich die Herdstelle befand, abgedeckt war. Um die Befunde und die Schlussfolgerung experimentell zu überprüfen, entstand das „Anglo Saxon Village"  von West Stow.

In vor- und frühgeschichtlichen slawischen Siedlungen hatten dagegen großenteils die Wohngebäude einen eingetieften Boden.

Alle aus vergänglichen Materialien erstellten Gebäude haben kaum mehr Spuren hinterlassen als Änderungen der Bodenfarbe (durch Holz) und der Bodenkonsistenz (durch später wieder verfüllte Ausschachtungen). Gebäude, die aus diesen Spuren rekonstruiert wurden, können zusammen mit nach Bruchstücken hergestellten Gebrauchsgegenständen ein gutes Bild von früheren Lebenswelten vermitteln. So manche Rekonstruktion hat sich aber Jahrzehnte später, nach weiteren Funden, als Irrtum herausgestellt.


Zeichnung Grubenhaus von Innen


Grubenhaus Seitenaufnahme




Grubenhaus Front




Innenansicht Grubenhaus



Innenansicht Grubenhaus





Innenansicht Grubenhaus


Quelle : Wikipedia
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